Was singt und summt da so weit draußen im Südosten? Der Jäzzchor mit Ä und BerlinVokal haben sich kurz hinter die Stadtgrenze nach Brandenburg begeben, um in der Aula der Evangelischen Schule Schönefeld das Publikum mit Jazz, Pop und mehr durch die dunkle, kalte Winternacht zu begleiten.

Ein ganzer Samstag mit Chormusik – das fühlte sich wunderbar an, zu sehen, wie sich der Raum langsam füllte, wie rechts und links die Vorfreude stieg, wie Haarspray, schicke Schuhe und gebügelte Hemden ausgepackt und angelegt wurden. Es ist Konzert, endlich wieder!

Wir eröffneten das Konzert gemeinsam mit „Horch – was kommt von draußen rein“ in einer groovigen, modernen Fassung, die uns großen Spaß bereitet. Toll, wie sich der Jäzzchor nahtlos in die ausgefeilte Choreografie einfügte und danach lässig den Stimmungsfaden aufnahm, um über Fahrräder, Trump und ähnliche mehr oder weniger lästige Phänomene der Zeit zu singen. Dann war es soweit: Die Bühne war frei für BerlinVokal und so sangen und tanzten wir uns durch ein vielseitiges Programm, das alte Hits der 80er auf ganz neue Weise erklingen ließ („True Colours“), aber auch subtil zu mehr Zivilcourage aufforderte („Big Bad World“), Reminiszenzen an vergangene Romanzen („September in the Rain“, „Save your Soul“) in harmonisch komplexen Sphären in den wunderschönen Klangraum des Foyers tönte, um dann ganz im Hier und Jetzt echtes Party-Feeling mit „Papa Noah“ und „No Roots“ zu kreieren. Berliner:innen sind sich einig, dass nichts besser gegen dunkle Winterkälte hilft als der Groove von Seeed!

Uns war warm, dem Publikum auch, und so beendeten wir das Konzert im Doppelchor mit „Horch…“ als Zugabe und Rausschmeißer ins kalte November-Berlin.

Kategorien: Rückschau

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