Eine lange Nacht, die nachklingt 🌙🎶
Spät war es. Sehr spät sogar. Als BerlinVokal um 23:45 Uhr bei der 19. Langen Nacht der Chöre in der Reformationskirche auf die Bühne ging, hatten einige von uns bereits viele Stunden Chormusik hinter sich. Müde? Vielleicht ein bisschen. Aber vor allem war da noch jede Menge Energie. Auch Max, der bereits einen langen Tag hinter sich hatte, wurde im Nachhinein ausdrücklich für seine positive Energie gefeiert.
„Spaß, Party, spät“, lautete eine ziemlich treffende Zusammenfassung des Abends. Andere beschrieben ihn als „aufregend, magisch“ oder erinnerten sich an das besondere Miteinander und die entspannte Atmosphäre.
Und das Publikum? Das war auch zu dieser fortgeschrittenen Stunde noch voll da. Besonders nach „Wenn ich ein Vöglein wär“ gab es einen Applaus, der uns ziemlich überwältigt hat. Auch nach unserem Auftritt wurden einige von uns noch von Menschen angesprochen, denen unsere Musik offenbar im besten Sinne nachgeklungen ist.
Überhaupt waren es nicht nur die eigenen Minuten auf der Bühne, die diesen Abend besonders gemacht haben. Die Lange Nacht lebt schließlich davon, dass unterschiedlichste Chöre zusammenkommen. Besonders die Wind Voices, die unmittelbar vor uns sangen, blieben mehreren von uns in Erinnerung. Ihre Stimmen, ihr fließender Sound und ihr Zusammenspiel wurden als wunderschön und berührend beschrieben.
Kleine Geschichten gab es natürlich auch. Während wir im Probenraum noch einmal „Vöglein“ probten, spazierte kurzerhand eine schwarz-weiß gefleckte Katze herein. Ob sie unsere Probe musikalisch überzeugen konnte, ist leider nicht überliefert. 😄
Den vielleicht schönsten Moment hob sich die Lange Nacht aber tatsächlich bis zum Schluss auf. Beim Rheinberger Abendlied versammelten sich Sängerinnen und Sänger zu einem großen gemeinsamen Chor. Und offenbar nicht nur Sängerinnen und Sänger.
Kurz vor Beginn schnappten sich vier Jungs und ein Mädel Noten und stellten sich einfach mit auf die Bühne. „Muss man hier Noten lesen können?“, fragte einer. Kurz darauf die etwas beunruhigte Frage: „Was tun wir hier eigentlich?“ Die Antwort aus den Reihen von BerlinVokal war denkbar unkompliziert: „Sing einfach mit!“
Und genau das taten sie. Laut, fröhlich und irgendwie. Plötzlich standen da Menschen gemeinsam auf der Bühne, die wenige Minuten vorher vermutlich noch gar nicht vorhatten, Teil dieses großen Chores zu werden.
Vielleicht erzählt genau diese kleine Szene ziemlich gut, worum es bei der Langen Nacht der Chöre geht: zuhören, entdecken, gemeinsam singen und sich von Musik mitnehmen lassen.
Als schließlich mehr als 50 Stimmen beim Rheinberger Abendlied die Reformationskirche füllten, war die lange Nacht tatsächlich fast vorbei.
Aber ein bisschen klingt sie wohl noch nach. 🌙